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Hier darf diskutiert werden

In dieser Theme darf über alles was das Fotografieren betrifft diskutiert werden.

Admina

Das Thema Digitalisieren wurde angesprochen.

Vor kurzem habe ich dazu einen ausführlichen Kommentar auf der Messsucherwelt geschrieben. Ich übernehme den hier mal einfach. Daraus kann sich ja mehr ergeben.

ich habe seit einigen Jahren einen Epson V800. Zu dem gehören Filmhalter, die für die Planlage mit Scheiben aus Plexiglas versehen sind. Plexiglas! Haben die noch nie etwas von statischer Aufladung gehört? Ich habe mir dann die Halter von dem V700 bestellt, die offen sind. Das man bei den Epson Scannern die Höhe der Auflage einstellen kann, ist ähnlich genial – ich habe es irgendwann aufgegeben. Manchmal sind die Scanns sogar scharf.
Schon davor hatte ich aber die Bilder durch Abfotografieren digitalisiert. Das war auch ein langer Weg mit Balgen, Vergrößerungsobjektiv, TTL Blitz bis heute. Jetzt benutze ich einen Reproständer, daran die Sony mit Leica-R 60mm Makro, Kamera mit Kugelkopf angesetzt. Zum exakt senkrechten Ausrichten lege ich einen Spiegel auf die Bildebene und stelle die Kamera so ein, dass das Objektiv im Display genau in der Mitte sitzt – und damit ist die Kamera perfekt senkrecht.
Als Lichtquelle benutze ich schon länger eine Kaiser Slimlite Plano Leuchtplatte. Darüber lege ich dann auf kleinen Abstandsklötzchen, damit es kein Muster der LEDs gibt, den Filmhalter. Bei 6×6 passen da 2×3= 12 Bilder rein. Die Seiten abdecken gegen Streulicht, Licht im Raum ausmachen gegen Reflexionen, Film von der Schichtseite fotografieren, mit Fokuslupe bei Offenblende fokussieren, auf f/11 abblenden, Belichtung manuell einstellen und ggf. ausprobieren.
Durch Verschieben der Leuchtplatte mit dem Filmhalter die einzelnen Bilder unter die Kamera schieben und mit IR Auslöser auslösen — 6 Bilder in weniger als einer Minute! Bei S/W kann der Scanner keinen Staub entfernen, bei Farbe bleibt der so natürlich drin. Na klar, immer vorher ordentlich abblasen.
Dichte:
da kommt ein Scanner ggf. an Grenzen, da ja pro Bildpunkt nur eine sehr kurze Zeit beim Überstreichen zur Verfügung steht und sehr viel von der Lichtstärke abhängt. Das ist beim Abfotografieren ganz anders, ich kann beliebige lange belichten, bis auch die dunkelsten Stellen sichtbar werden. Wenn die Dynamik zu hoch wird, kann ich auch noch HDR machen.
Auflösung:
für KB braucht man natürlich eine Optik, die 1:1 kann. Grundsätzlich ist aber durch Abfotografieren jede beliebige Auflösung machbar, indem man einfach Teile fotografiert und die dann zusammen setzt. Habe ich bei 4×5 oder Panoramen wie 6×17 oft gemacht.
S/W Bearbeitung ist natürlich kein Problem, Farbe ggf. schon eher, aber dafür gibt es auch Sofwarelösungen.

VG Dierk

HPWD und Steinkreis haben auf diesen Beitrag reagiert.
HPWDSteinkreis

so sieht es aktuell jetzt bei mir aus, Platte auf dem Waschbecken, mit dem Halter kann ich einfach die 35mm Streifen durch schieben, Licht aus wegen der Reflexionen, auslösen mit IR Fernauslöser, Belichtung auf Automatik.
Oder in den Halter die Dias einlegen, geht super einfach und schnell, ca. 5 Sek. pro Bild, das schafft kein Scanner!

VG Dierk

HPWD und Steinkreis haben auf diesen Beitrag reagiert.
HPWDSteinkreis

Danke für die ausführliche Beschreibung. Die Glasplattennegative habe ich ähnlich digitalisiert, wie du. Ich hab sie auf die Leuchtplatte gelegt und mit Makroobjektiv (AF-S 40/2,8 Micro Nikkor) abfotografiert. Die Kamera war auf einem Stativ. Mittlerweile hab ich eine stabile Reprolösung mit einem stabilen antiken Berlebach und einem Cullmann Makroarm/-ausleger + Arca-Klemme. Mittelformatnegative werd ich dann wohl auch so digitalisieren und entweder eine nichtreflektierende Glasplatte aus "Museeumsglas" nutzen oder mir eine Bastellösung überlegen. Für Die Dias- und Negative nutze ich das 40er Micro-Nikkor + Nikon ES-1 Slide Copying Adapter. Filmstreifen lege ich in den Filmstreifenhalter Nikon FH-4 ein, den ich durch den ES-1 führen kann. Dabei muss ich die Kamera nicht an der Reproeinrichtung fixieren, kann aus der Hand fotografieren. Verwackler gibt es hier nicht, da das Dia/Negativ direkt fest vor der Linse sitzt. Als Beleuchtung nutze ich ein Rollei-LED Paneel, bei dem ich die Farbtemperatur einstellen kann. Das Digitalisieren von Farbnegativen gestaltet sich mit der Methode durch deren Maskierung eher schwierig. Meine Software konvertiert die Farben nur unbefriedigend. Zur farbrichtigen Konvertierung muss ich da meinen Minolta-Dia-/Negativscanner bemühen.

Hier ein Repro einer Glasplatte:

HPWD und Gelöschter Benutzer haben auf diesen Beitrag reagiert.
HPWDGelöschter Benutzer